Wenn es keinen klaren Grund gibt, ist es möglich, dass der Preis überhöht ist. Außerdem ermöglicht der Fotocasa-Immobilienindex, die Preisentwicklung im Laufe der Jahre sowie die Markttemperatur zu beobachten. Dieser letzte Parameter misst die Marktspannung in einer Gegend anhand der durchschnittlichen Vermarktungsdauer von Wohnungen und der Rotation der Anzeigen.
4. Die mögliche Rentabilität der Immobilie analysieren
Die Rentabilität der Immobilie zu analysieren ist ein weiterer wichtiger Indikator, um zu beurteilen, ob der Verkaufspreis angemessen ist, selbst wenn der Kauf nicht in erster Linie als Investition zur Vermietung gedacht ist. Diese Berechnung zeigt, ob der Kaufpreis der Immobilie mit den potenziellen Einnahmen aus einer Vermietung übereinstimmt.
Dafür wird ein im Immobiliensektor sehr verbreiteter Indikator verwendet: das PER (Price Earnings Ratio).
Das Immobilien-PER (Price to Earnings Ratio) ist ein Indikator, der hilft zu schätzen, ob eine Wohnung im Verhältnis zum Mietmarkt teuer oder günstig ist.
Er wird berechnet, indem der Verkaufspreis einer Wohnung durch die jährliche Miete geteilt wird, die sie erzielen könnte, wenn sie vermietet würde.
Mit anderen Worten: Er zeigt, wie viele Jahre es dauern würde, die Investition durch Mieteinnahmen zu amortisieren.
Wenn beispielsweise eine Wohnung 200.000 Euro kostet und für 10.000 Euro pro Jahr vermietet werden könnte, läge ihr PER bei 20. Das bedeutet, dass man 20 Jahre Mieteinnahmen benötigen würde, um den Kaufpreis zu amortisieren.
Wenn eine Wohnung beispielsweise 350.000 Euro kostet und für 1.000 Euro pro Monat (12.000 Euro pro Jahr) vermietet werden kann, beträgt das PER 29.
Je höher das PER, desto teurer ist die Immobilie im Verhältnis zu ihrem Mietpotenzial. Umgekehrt deutet ein niedrigeres PER meist darauf hin, dass der Kaufpreis besser angepasst ist.
Dieser Indikator sollte jedoch mit Vorsicht interpretiert werden. Eine Gegend mit hoher Nachfrage und stabiler Marktentwicklung ist nicht mit einer Gegend vergleichbar, in der ein Preisrückgang oder Schwierigkeiten bei der Vermietung drohen. Das PER ist lediglich ein Orientierungswert und ersetzt nicht die Analyse des lokalen Marktes oder die Bewertung der konkreten Eigenschaften der Immobilie.
In Spanien liegt ein angemessenes PER in der Regel zwischen 20 und 30 Jahren, wobei dies stark von Stadt und Viertel abhängt. In Gegenden mit besonders hoher Nachfrage, etwa in den Zentren großer Städte, sind höhere PER-Werte üblich.
Welche Faktoren einen höheren Preis rechtfertigen können
Nicht alle ähnlichen Wohnungen sollten gleich viel kosten. Selbst innerhalb desselben Viertels können deutliche Unterschiede bestehen, die erklären, warum eine Wohnung teurer ist als eine andere. Dies sind einige Faktoren, die einen höheren Preis rechtfertigen können:
Exakte Lage im Viertel und Nähe zu Dienstleistungen
Die Lage bleibt einer der wichtigsten Faktoren. Eine Wohnung in einer ruhigen Straße, mit guter Verkehrsanbindung und in der Nähe wichtiger Einrichtungen wie öffentlicher Verkehr, Supermärkte, Schulen oder Gesundheitseinrichtungen, ist nicht mit einer weniger gut angebundenen oder lauteren Lage vergleichbar. Selbst die Mikrolage innerhalb desselben Viertels kann deutliche Preisunterschiede verursachen.
Ausrichtung, Tageslicht und Außenflächen erhöhen den Wohnungswert
Die Helligkeit gehört zu den Aspekten, die von Käufern am meisten geschätzt werden. Eine gute Ausrichtung, große Fenster oder Außenräume erhöhen die Attraktivität der Immobilie.
Darüber hinaus sind Terrassen, Balkone oder der Zugang zu offenen Außenflächen zu einem wichtigen Mehrwert geworden – insbesondere seit dem Anstieg des Homeoffice und der zunehmenden Suche nach mehr Lebensqualität.
Stockwerk der Wohnung und Raumgefühl
Wohnungen in höheren Etagen sind häufig stärker gefragt, da sie mehr Licht, bessere Aussicht und weniger Lärm bieten. Auch gut geschnittene Wohnungen mit einem guten Raumgefühl werden geschätzt – selbst wenn sie nicht besonders viele Quadratmeter haben.
Zustand der Immobilie und des Gebäudes: entscheidend für den Preis
Wohnungen, die bezugsfertig, renoviert oder mit modernisierten Installationen sind, erzielen in der Regel höhere Preise als Immobilien, die eine umfassende Renovierung benötigen. Gleiches gilt für gut gepflegte oder sanierte Gebäude, da sie das Risiko zukünftiger Sonderumlagen verringern und Käufern mehr Sicherheit geben.
Energieeffizienz und Einsparungen beim Verbrauch
Die Energieeffizienz gewinnt jedes Jahr an Bedeutung. Eine gute Einstufung bedeutet geringeren Energieverbrauch, niedrigere Betriebskosten und mehr Nachhaltigkeit – Faktoren, die bei der Kaufentscheidung immer stärker berücksichtigt werden und einen höheren Preis rechtfertigen können.
Dienstleistungen und Gemeinschaftsbereiche, die den Wert erhöhen
Pool, Grünflächen, Garage, Abstellraum, Aufzug oder Hausmeisterservice sind Elemente, die den wahrgenommenen Wert einer Immobilie erhöhen. Diese Ausstattungen verbessern Komfort und Lebensqualität und spiegeln sich häufig im Endpreis der Wohnung wider.
Wenn all diese Faktoren berücksichtigt werden, lässt sich besser beurteilen, ob der Preis einer Wohnung gerechtfertigt ist oder ob er über dem tatsächlichen Marktwert liegt.